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Verlustgeschäfte mit Anleihen – swisspartners – The art of finance

Verlustgeschäfte mit Anleihen

Türkei neu Hochrisiko-Land. Auf Jahrzehnte negativ: Frankenanleihen. Stimuli nach dem Brexit.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat nach der Senkung des Ratings für türkische Staatsanleihen auf BB (Junk) nun das Land als Hochrisiko-Land eingestuft. Der türkische Staatspräsident bezeichnet diese Aktion als politisch motiviert. Mit Verlaub: Natürlich hat dieser Entscheid mit den politischen Vorgängen in der Türkei zu tun.

Teure Eidgenossen

Dass die Zinsen auf einem historischen Tief sind, wissen wir mittlerweile. Brutal vor Augen geführt wird diese Tatsache, wenn eine bereits emittierte Anleihe durch den Schuldner aufgestockt wird. So hat Deutschland die im Februar 2014 ausgegebene 30-jährige Anleihe mit einem Zins von 2.5 Prozent zu einem Kurs von 157.51 Prozent mit einer zusätzlichen Milliarde aufgestockt. 575 Millionen Aufgeld für einen jährlichen Zins von 25 Millionen Euro; dies ergibt eine Rendite auf die verbleibenden 28 Jahre von 0.45 Prozent. Noch krasser ist das Beispiel der Eidgenossenschaft. 1998 hat die Schweiz Geld auf 50 Jahre mit 4 Prozent Verzinsung aufgenommen. Die dazumal emittierten Papiere notieren mittlerweile bei 236 Prozent. Wer heute also 236‘000 Schweizer Franken in diese Obligation investiert, der erhält im Jahre 2048 100‘000 Franken Nominal zurückbezahlt. In der Zwischenzeit werden 128‘000 Franken Zinsen ausbezahlt, deutlich weniger als die Kurseinbusse von 136’000 Franken. Wenn das kein Verlustgeschäft ist? Mit anderen Worten: Die 32 Jahre Restlaufzeit werfen eine negative Rendite ab. Und die Frage sei erlaubt: Was kann man im Jahre 2048 mit 100‘000 Franken kaufen?

Schwaches Pfund

Die Bank of England reagiert auf die negativen Folgen des Brexit. Um der drohenden wirtschaftlichen Abschwächung zu begegnen, stimuliert die Zentralbank mit verschiedenen Massnahmen. Zum einen halbiert sie die Leitzinsen von aktuell 0,5 Prozent auf 0,25% – dem tiefsten Wert seit über 300 Jahren! – und zum anderen weitet sie die Geldmenge durch Anleihenskäufe im Umfang von rund 60 Milliarden ganz direkt aus. Die Reaktion der Märkte folgt dem bekanntem Muster: Die Obligationen- und Aktienmärkte waren freundlich, und das britische Pfund stürzte erneut ab (siehe Chart). Damit verstärkt die Bank of England eine Massnahme, welche die Europäische Zentralbank EZB ebenfalls als Musterlösung auserkoren hat. Bei der Umsetzung zeigt sich jedoch, dass die EZB mit wesentlich grösseren Problemen zu kämpfen hat. Die von ihr erworbenen Unternehmensanleihen weisen eine negative Rendite auf; und zwar bereits beim Kauf durch die EZB. Mit anderen Worten zahlt die Notenbank einen Zins, um Geld in Anleihen zu investieren.

Grafik 2 D

Zu guter Letzt:

Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.
Bertold Brecht

 

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