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Turbulenzen an allen Ecken und Enden Europas – swisspartners – The art of finance

Turbulenzen an allen Ecken und Enden Europas

Folgenreicher Brexit für den Finanzplatz London. Terror in Nizza, Putschversuch in der Türkei. Wohin führt uns die italienische Bankenkrise?

Wird Dublin London beerben?

Nach dem Entscheid des britischen Stimmvolkes zum Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) geht die Angst in London um. Die Finanzmetropole fürchtet um Tausende von Arbeitsplätzen, und dies nicht unbegründet. Dabei dient die Schweiz als Negativbeispiel. Denn der Binnenmarkt der Europäischen Union (EU) erlaubt es Aussenstehenden wie der Schweiz nicht, Finanzdienstleistungen pro-aktiv aus der Schweiz heraus (off-shore) anzubieten. Und passives Agieren wird von der EU-Konkurrenz argwöhnisch beobachtet und wann immer möglich als aktiv interpretiert. Das kann teuer zu stehen kommen. Schweizer Banken lösen dieses Problem, indem sie on-shore (vor Ort) ihre Finanzdienstleistungen offerieren; sei dies in London, Luxembourg oder Frankfurt. Hauptsache aus einer Metropole innerhalb der EU.

Den Finanzdienstleistern, die bisher aus London operieren, droht also nach vollzogenem Brexit, als Aussenstehende den gleichen Spielregeln wie die Schweizer Finanzinstitute unterworfen zu sein. Ihre Lösung könnte Dublin heissen. Nicht umsonst ist Dublin europäischer Hauptsitz von US-Firmen wie Google, Facebook, Dell, Microsoft, Intel, Apple, Pfizer oder Johnson & Johnson. Sie profitieren von drei Vorteilen, die keine andere europäische Metropole bieten kann:

  1. Englische Landessprache
  2. Mitglied der EU und damit uneingeschränkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt
  3. Tiefste Unternehmenssteuer aller OECD-Länder (12.5%)

Dublin könnte für die Finanzdienstleister aus London folglich eine mögliche Alternative sein, um weiter uneingeschränkt ihre Finanzdienstleistungen anbieten zu können.

Europa leidet

Der Süden Europas ist zurzeit von drei einschneidenden Ereignissen betroffen, mit ganz unterschiedlichem Einfluss auf die Finanzmärkte: der Terror in Nizza, der Putschversuch in der Türkei und die italienische Bankenkrise. Die vereitelte Entmachtung Erdogans durch die türkische Armee wirkt sich lediglich auf türkische Assets (Aktien und Anleihen) aus. Weit mehr Einfluss hat der Terrorakt in Frankreich. Neben den steigenden Sicherheitskosten vertieft sich vor allem die Verunsicherung der Bevölkerung. Die Reise- und Freizeitaktivitäten werden sich zumindest kurzfristig ändern. Ausserdem akzentuiert sich die politische Einstellung der Bevölkerung und erhöht damit die Wahlchancen für extreme Pole. Die zunehmende Abschottung vor Fremden (Zuwanderung, Asylanten etc.) wird den Rechtsrutsch in Europa verstärken.

Quo vadis Italien?

Den grössten Einfluss auf das Finanzsystem und damit auf die Finanzmärkte könnte die Krise im italienischen Bankensystem haben. In den Schlagzeilen wird die Verletzlichkeit der europäischen Banken aufgrund ihres schwachen Eigenkapitals kolportiert. Und Hand aufs Herz: Problemkredite in der Höhe von einem Fünftel des gesamten Kreditportfolios (Unicredit) sind wirklich beängstigend. Betrachtet man das ausgewiesene Eigenkapital, sieht es bei spanischen Banken noch schlechter aus. Rund 50 Prozent (Santander) besteht aus latenten Steuern und aktiviertem Goodwill (Daten von Independent Credit View). Wer nun die Lösung des Problems in einer staatlichen Unterstützung sieht, übersieht zwei Tatsachen:

  1. Staatliche Unterstützungen von Banken sind seit 2012 untersagt und
  2. Gegen Spanien läuft ein EU-Defizitverfahren, d.h. das Land hat gar nicht die Mittel, die Banken zu unterstützen

Das angekündigte Defizitverfahren klingt auf den ersten Blick einleuchtend. Weder Spanien noch Portugal (der zweite „Angeklagte“) unternehmen glaubhafte Anstrengungen, die Einhaltung der Defizitlimite von drei Prozent zu erreichen. Auf der anderen Seite ist das Verfahren auch eine Farce. Ausser Dänemark und Luxembourg hat sich kein einziges Mitglied an diese Maastricht Kriterien gehalten.

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