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The answer is blowing in the wind – swisspartners – The art of finance

The answer, my friend, is blowin’ in the wind (Bob Dylan)

Finanzmarktanalyse von Peter Ahluwalia


 

„Zu kaufen, während andere ängstlich verkaufen, und zu verkaufen, während andere begierig kaufen, erfordert grösste Stärke und verspricht den grössten Gewinn.“
Sir John Templeton

 
Wie schon länger erwartet, ist es aufregend an den Märkten geworden – für die meisten AnlegerInnen nicht unbedingt im angenehmen Sinne. Alle Zeichen deuteten auf einen Abschwung hin, etwa die zu platzen drohende Kryptoblase oder der stetige, kaum noch tragbare Anstieg der Immobilienpreise und bestimmter Aktienkurse. Gleichzeitig war ein Anstieg der Anleiherenditen nach Jahrzehnten des Rückgangs längst überfällig. Bei all den wirtschaftlichen Gegenströmungen wäre es eine echte Untertreibung, die Aussichten als trübe zu bezeichnen. Zwischen Rezession und Inflation erleben InvestorInnen derzeit ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle.

Veränderung als einzige Konstante

Auf jeden Bärenmarkt folgt ausnahmslos immer ein Bullenmarkt. Wie lange das dauert, lässt sich nie genau vorhersagen. Meiner Einschätzung nach wird dieser Abschwung länger anhalten als die COVID-Rezession, denn Regierungen und Zentralbanken können die Volkswirtschaften nicht mehr mit Geld fluten. Immerhin gehört dieses Geld zu den Hauptursachen der aktuellen Inflation. Allerdings wurde dieser Abschwung bzw. Rückgang von den Zentralbanken ausgelöst, sodass wir davon ausgehen können, dass diese zu gegebener Zeit wieder gegensteuern können. Aber Vorsicht: Ich spreche nicht von Zinssenkungen. Ein solches Manöver wäre der Beweis dafür, dass die Zentralbank die Wirtschaft nicht viel besser steuert als betrunkene Seeleute ihr schlingerndes Schiff (und damit möchte ich weder Betrunkene noch Seeleute beleidigen). Allerdings dürfte der Straffungszyklus dieses Mal kürzer ausfallen, was uns etwas Erleichterung verschaffen würde. Ich gehe davon aus, dass die Rezession abgeschwächt und von kurzer Dauer sein wird, sodass wir im Laufe des Jahres mit einer Erholung rechnen können.

Was tun in der aktuellen Marktlage?

Für gut vorbereitete AnlegerInnen bietet ein Bärenmarkt eine seltene Gelegenheit. Denn statistisch gesehen sind Bullenmärkte generell von längerer Dauer als Bärenmärkte. Wie lange und in welcher Ausprägung ein Bärenmarkt auf Unternehmensebene anhält, kann niemand vorhersagen. Erfahrenen VermögensverwalterInnen könnten aber in naher Zukunft einige Schnäppchen gelingen. Doch Vorsicht: Lassen Sie sich nicht von hochbewerteten Aktien blenden, nur weil sie günstig erscheinen. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf relevante Kennzahlen und machen Sie sich mit dem Geschäft vertraut, in das Sie investieren. Beim Grossteil der Aktien werden Sie höchstwahrscheinlich nicht zum Niedrigstkurs einsteigen, sodass kurzfristig mit Einbussen zu rechnen ist. Am Ende winken jedoch beträchtliche Gewinne. Im Wesentlichen sollten Sie also wie verrückt investieren – aber dennoch mit kühlem Kopf und unabhängig von dem, was Andere denken.

 

Meine persönliche Einschätzung

Die meisten Rückgänge der Aktienindizes (schätzungsweise mindestens 75 Prozent) sind bereits eingetreten. Bei einem stabilen bzw. sogar anziehenden Wirtschaftswachstum werden eine mässige Inflation, weniger aggressiv handelnde Zentralbanken und Verbraucher (die zwar nervös, aber immer noch in einer verhältnismässig guten Verfassung sind) zu einer Eindämmung der Verluste auf Indexebene beitragen. Auf globaler Ebene bleibt der Wohnungsmarkt eine Herausforderung – insbesondere ausserhalb der Vereinigten Staaten von Amerika, wo sich die Immobilienpreise noch nicht den Marktgegebenheiten angeglichen haben. Die Kombination aus höheren Zinsen und Überwertung wird voraussichtlich zu einer Korrektur von etwa 20 Prozent führen – jedoch nicht zu einem Szenario wie 2008. Voraussichtlich 2023 werden wir wieder in einen Bullenmarkt eintreten, wodurch einige Verluste ausgeglichen und einige Gewinne zu verzeichnen sein dürften. Vermutlich werden die meisten AnlegerInnen zunächst vorsichtig bleiben, sodass es etwas dauern könnte, bis das Ganze wieder in Schwung kommt. Übrigens: Haben Sie den Trend bei den ungeraden Zahlen der letzten Jahre bemerkt? 2017 lief super, 2018 war herausfordernd, 2019 wieder super, 2020 eher nicht, 2021 super, 2022 …. na, Sie wissen schon …

„Zwischen Rezession und Inflation erleben InvestorInnen derzeit ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle.“
Peter Ahluwalia

Peter Ahluwalia | Partner

Chief Investment Officer
peter.ahluwalia@swisspartners.com

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