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Finanzmärkte Juli 17 – swisspartners – The art of finance

Gewinnwachstum in Europa und den USA – woher kommt es?

Tech-Ausverkauf – warum ist das von Bedeutung?

Aktien- und Anleihenmärkte waren in den letzten Jahren durch ungewöhnlich lange Tiefzinsperioden geprägt – insbesondere seit den Tiefpunkten 2007/8. Zweifellos spielten auch Faktoren wie der Pessimismus der Anleger, kürzlich eingeführte Beschränkungen der Bankenkreditvergabe und ein harter Wettbewerb unter den führenden Unternehmen im Industrie- und Retailsektor eine Rolle.

Dennoch begann der Pessimismus der Anleger jüngst zu schwinden (vor allem in Europa), weil sich Wachstumsimpulse und Margenverbesserungen abzeichnen. Zudem gibt es klare Hinweise in den USA, dass die neue Trump-Administration mehr Kredite für kleine und mittelgrosse Firmen wünscht. Dies ist eine wichtige Wende zu den Tagen Obamas sowie der Finanzkrise von 2007/8, als sich fast alle Regulatoren dazu gezwungen sahen, die Eigenmittelunterlegung der Banken zu verbessern – auch wenn zu Lasten tieferer Kredite für Konsumenten und Unternehmen.

In den letzten Monaten sahen wir mit Genugtuung, dass das Gewinnwachstum, das wir bei den Firmen in den US und Europa beobachten, zum grossen Teil auf Umsatzwachstum basiert. In einem Tiefzinsumfeld ist dies ziemlich erfreulich, insbesondere, weil viele der Unternehmen weiterhin davon profitieren könnten, dass ihre Regierungen weitere angebotsunterstützende Reformen umsetzen – speziell im Arbeitsmarkt.

Dies ist vor allem in Frankreich der Fall, wo wir erwarten, dass Macron weiterhin seine wachstumsfreundliche Agenda durchsetzen wird. Es gibt kaum Zweifel, dass der neu bestimmte Premierminister Edouard Philippe (Mitte-rechts Republikaner) eine hohe und breit abgestützte Popularität geniesst, sowie eine hohe Überzeugungskraft, insbesondere dann, wenn er seine Ideen und Pläne einem teilweise skeptischen Publikum präsentiert. Kurzum: Wir teilen nicht die Meinung der Mehrheit, dass Macrons vorgeschlagene Reformen von der breiten Öffentlichkeit komplett abgelehnt werden. Wir glauben, dass sein kürzlicher Wahlsieg eine Wende für sein Land bedeuten könnte.

Bei den Technologieaktien gab es derweil erste Anzeichen einer Korrektur. Zweifelsohne waren einige Gewinnmitnahmen überfällig. Dennoch bemerken wir mit Freude, dass die Gewinnmitnahmen in den Informationstechnologieaktien ausgeprägter waren. Diese sind im Vergleich zu ihren Peers im Sektor denn auch höher bewertet.

Auf unserer Seite des Atlantiks begrüssten wir die jüngste Stimmungseintrübung in den US-Technologieaktien. Sie erinnert die Anleger an die hohen Risiken, welche mit Börsengängen wie Snap einhergehen. Dieses Unternehmen ist mit dem 25-fachen des Umsatzes bewertet. Uns würde es nicht überraschen, wenn die Aktien von ihrem kürzlichen Höchst von USD 28 auf ihr Going public-Niveau von USD 17 zurückfallen.

In Grossbritannien erstaunte es einigermassen, dass die Linke es schaffte, während den letzten Parlamentswahlen eine ordentliche Kampagne zu führen – und dies erst noch mit einem überraschenden Erfolg in London, insbesondere im gut betuchten Kensington. Es bleibt abzuwarten, ob die Koalition der konservativen Minderheitsregierung mit der Democratic Unionist Party (DUP) den Sommer überstehen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt würden wir keine der beiden Möglichkeiten ausschliessen: weder einen Kampf um die Führungsposition, noch neue Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Eine weitere Folge des überraschend schwachen Wahlergebnisses der Konservativen könnte ein etwas «weicherer» Brexit sein.

In Schottland hat es Ruth Davidson, die Führerin der Schottischen Konservativen, geschafft, nach einem starken Pitch ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum abzuwenden. Wer Positionen in Sterling und Gilts hält, hat damit immerhin ein Problem weniger.

Alles in allem scheinen die Zinsen weiterhin tief zu bleiben. Unter Anlegern gibt es Anzeichen von wachsendem Appetit nach Aktien, insbesondere in Europa. Deshalb haben wir kürzlich entschieden, unsere positive Einstellung zu Aktien beizubehalten. Auch an unserer Untergewichtung im Fixed-Income-Bereich halten wir fest, weil die Anleihenrenditen in den meisten Ländern nach wie vor sehr tief sind.

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