Versicherungen: Lebensversicherungsgesellschaften in Liechtenstein – swisspartners – The art of finance

Lebensversicherungsgesellschaften in Liechtenstein

Die Botschaft: Im Konkursfall einer Versicherungsgesellschaft sind Kunden gut geschützt

Mit der swisspartners Versicherung AG, Vaduz, und ihrer Niederlassung in Österreich sind wir im internationalen Lebensversicherungsmarkt für vermögende Familien sehr aktiv. Unsere Kunden schliessen für sich und ihre Familienangehörigen Lebensversicherungspolicen ab und übertragen erhebliche private Vermögenswerte als Versicherungsprämien an unsere Versicherungsgesellschaft. Dabei verfolgen sie in der Regel folgende Absichten:

  • Langfristige Erbschafts- und Nachlassplanung für die Familie des Versicherungsnehmers
  • Vermögenserhalt und Schutz vor dem Zugriff Dritter
  • Steuervorteile im Wohnsitzland des Versicherungsnehmers oder der Begünstigen, z.B. Steueraufschub oder verringerte Steuerlast bei Kündigung der Police oder bei Tod der versicherten Person.

Unsere Kunden (und ihre Familien) stützen sich auf die langfristige finanzielle Stabilität unserer Versicherungsgesellschaft und vertrauen darauf, dass sich die oben erwähnten Absichten auch künftig verwirklichen lassen.

Es ist allgemein bekannt, dass Liechtenstein an die Solvabilität von Versicherungsgesellschaften sehr strenge Anforderungen stellt.[1] Zudem ist bekannt, dass die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) als Aufsichtsbehörde für den Finanzdienstleistungssektor eine Reihe von Massnahmen treffen kann, um Krisensituationen regulierter Versicherungsgesellschaften zu vermeiden oder zu bewältigen. Beispielsweise kann die FMA anordnen, dass ein Versicherungsportfolio vollständig auf eine andere regulierte Versicherungsgesellschaft in Liechtenstein übertragen wird, die diese Policen anschliessend verwaltet.

Einen Konkursfall eines Versicherers in Liechtenstein gab es noch nie. Doch was würde passieren, wenn eine Versicherungsgesellschaft in Liechtenstein tatsächlich in eine so prekäre finanzielle Lage gerät, dass sie in Konkurs geht?

«Hilfe! Wo ist mein Geld?»

Wir möchten in diesem Forum kurz zusammenfassen, welche rechtlichen und technischen Folgen der Konkursantrag einer Versicherungsgesellschaft hätte. Der Ablauf besteht, vereinfacht ausgedrückt, aus folgenden Schritten:

  • Zuerst reicht der Schuldner (die Versicherungsgesellschaft) oder ein Gläubiger beim Landgericht einen Antrag auf Eröffung des Konkursverfahrensein, und auf Beschluss des Gerichts wird das entsprechende Verfahren eröffnet.
  • Die FMA entzieht daraufhin der Versicherungsgesellschaft unverzüglich die Lizenz. Darüber hinaus informiert sie die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und die entsprechende europäische Behörde, die EIOPA über das Verfahren.
  • Der Entzug der Lizenz hat einen wichtigen Effekt: Die Versicherungsnehmer erhalten das Recht, ihre Versicherungsverträge mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Kündigt ein Versicherungsnehmer seine Police nicht, erlischt der Versicherungsvertrag vier Wochen nach Bekanntgabe der Eröffnung des Konkursverfahrens automatisch. In beiden Fällen haben die Versicherungsnehmer das Recht, das Deckungskapital zurückzufordern.
  • Die Versicherungsansprüche werden im Konkursverfahren bevorzugt behandelt. Bei den Vermögenswerten zur Deckung der Ansprüche handelt es sich um die versicherungstechnischen Rückstellungen, d.h. im Wesentlichen um die Summe aller gezahlten Prämien zuzüglich etwaiger Erträge und Gewinne. Diese Rückstellungen stellen ein Sondervermögen zur Erfüllung aller Versicherungsansprüche dar. Es handelt sich somit um separate Vermögenswerte, die von den «eigenen» Vermögenswerten der Versicherungsgesellschaft getrennt sind.
  • Die Versicherungsnehmer halten vorrangige Forderungen, die unmittelbar nach der Geltendmachung und Fälligkeit ihrer Ansprüche zu bedienen sind.
  • Reicht das Deckungskapital nicht aus, um alle Versicherungsansprüche zu befriedigen, gelten diese Ansprüche im Konkursverfahren als erstrangig.

Was bedeutet das im Klartext für den Schutz der Versicherungsnehmer?

  1. Die finanziellen Interessen der Versicherungsnehmer sind geschützt, und ihre Ansprüche sind vom eigenen Vermögen der Versicherungsgesellschaft getrennt.
  2. Falls das Sondervermögen nicht ausreicht, um alle Forderungen zu erfüllen, stehen die Versicherungsnehmer vor allen gewöhnlichen Gläubigern an erster Stelle.
  3. Angesichts des spezifischen Geschäftsmodells der Versicherungsgesellschaften in Liechtenstein, d. h. der relativ geringen zusätzlichen Risikodeckung und der hohen Rückversicherungsdeckung ist die Gefahr, dass das Sondervermögen (die «versicherungstechnischen Rückstellungen») zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zur Abdeckung aller Ansprüche von Versicherungsnehmern ausreicht, nur sehr gering. Mit anderen Worten: Selbst wenn eine Versicherungsgesellschaft in Konkurs gehen sollte, sind die Ansprüche der Versicherungsnehmer geschützt.

Es versteht sich von selbst, dass eine Versicherungsgesellschaft aus einer Vielzahl von Gründen insolvent werden kann. Dies ist Teil der unternehmerischen Realität. Doch unsere Botschaft lautet: Die Versicherungsnehmer sollten sich um «ihr» Vermögen keine Sorgen machen. Ihre Vermögenswerte sind sicher und gut geschützt, selbst wenn der Versicherer Bankrott macht.

[1] Zu Ihrer Information: Der Solvabilitätskoeffizient der swisspartners Versicherung AG liegt bei rund 200(!).

Geschrieben von:
Christian Rockstroh | Partner